Mittwoch, 27. Februar 2013

Langes Warten auf Jesus


 
"Jesus kommt bald" – dies ist ein viel- und gern gehörtes Wort. Alle warten auf Sein Wiederkommen und es existieren Bibliotheken mit Prophetien und Bibelstudien, wann es denn soweit sein soll, daß der "Menschensohn auf den Wolken vom Himmel herabkommt." Alle diese Vorausberechnungen enden dann aber mit der Einschränkung, "Tag und Stunde können wir nicht wissen", wie es Jesus gesagt hat.

Wir werden uns hier nicht in die Reihe der Endzeitpropheten eingliedern und Mutmassungen anstellen, wann denn endlich der große Tag des Herrn erscheint und das lange Warten ein Ende hat. Statt nur Mutmassungen werden wir hier klar und deutlich erfahren, wann der Herr Jesus wiederkommt! Dies ist keine Anmassung, wie das auf den ersten Blick scheinen mag, sondern eine ganz klare Erkenntnis, wenn man die Augen beim Bibellesen nicht geschlossen hält. Oder anders gesagt, wenn die Bibel unser geistiges Eigentum geworden ist, werden wir klar erkennen, wann die Wiederkunft Jesus stattfindet.

Aber zuerst müssen wir noch einige Fakten klären. Es scheint, daß sich Paulus etwas weit aus dem Fenster gelehnt hat, als er schrieb:  "Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden" (1. Kor. 15. 51) Hatte er sich dabei auf die Worte aus Apg. 1. 11 berufen "Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in  gleicher Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen." Oder hat er an die Worte Jesu gedacht: "Jesus aber sprach: Ich bin’s; und ihr werdet des Menschen Sohn sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels!" (Mk 14. 62)

Wie dem auch sei, das Warten auf die Wiederkunft Jesu dauert nun schon beinahe volle zweitausend Jahre und nichts ist geschehen. Aber in den Kirchen ist es jedem Bruder und jeder Schwester klar und jeder Pastor weiß es mit Gewissheit, daß jetzt, wo der Feigenbaum blüht, die letzte Generation am Leben ist vor dem Kommen Jesu. Also: bald müsste es wirklich soweit sein! Oder doch nicht? Denn da wäre noch die Bemerkung der Spötter, welche sagen: "Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft? denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so, wie es am Anfang der Schöpfung war!" (2. Petr. 3. 4). Diesen Spöttern müsste man aber doch ein bisschen verzeihen, denn bis heute hatten sie ja nicht so ganz Unrecht – oder?

Nun aber werden wir sehen, daß diese Spötter doch einfach in ihrer Blindheit leben und den wahren Sachverhalt gar nicht erkennen können. Aber leider betrifft das nicht nur die ausgewiesenen Spötter, sondern auch viele Brüder und Schwestern in den Freikirchen samt ihren Predigern und Pastoren, welche zwar nicht spotten, aber des langen Wartens doch schon ein bisschen überdrüssig sind. Ich lehne mich jetzt aber nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich all denen zurufen muß: wenn ihr wirklich gläubig auf die Wiederkunft Jesu wartet wie Er auf den Wolken des Himmels kommt, dann müsst ihr noch sehr, sehr lange warten!

Ich will dabei nicht meine Glaubensgeschwister entmutigen wenn ich ihnen sage, daß sie mit allergrösster Wahrscheinlichkeit diese Wiederkunft nicht auf dieser Erde auf diese Weise erleben werdet, sie nicht und auch ihre Kindeskinder nicht!

Stellen wir uns einmal vor, was für einen Spektakel das abgeben würde, wenn Jesus, auf einer Wolke sitzend (oder auch stehend) vom Himmel herabschweben würde, so daß es alle Menschen auf dieser (kugelrunden) Erde sehen könnten. Schon aus physikalischen Gründen ist dies gar nicht möglich, denn erstens können niemals alle Menschen einen Punkt in der Stratosphäre und noch weniger in unmittelbarer Erdnähe, gleichzeitig sehen. Und zum Zweiten müsste das Wetter stimmen, es müsste also überall leichtbewölkt sein, aber immer gibt es auf dieser Erde Gewitter und in den Wüsten klarer, wolkenlosen Sonnenschein. Wäre aber diese Unmöglichkeitfn trotz aller Regel der Physik trotzdem realisierbar, so gäbe es einen nicht unbeachtlichen Widerspruch zum Wort Gottes, denn ein solches aufsehenerweckendes Ereignis würde alle TV-Stationen der Welt mobilisieren, was aber dem entgegenspricht, was Jesus den Pharisäern gesagt hat: "Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme,  antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit Aufsehen. Man wird nicht sagen: Siehe hier! oder: Siehe dort ist es! Denn siehe,  das Reich Gottes ist inwendig in euch. Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen einzigen der Tage des Menschensohnes zu sehen, und ihr  werdet ihn nicht sehen." (Luk 17)

Daß die Kirchen das Warten proklamieren, ist selbstredend ein Zeichen der Nicht-Erkenntnis. Denn "Warten" ist passiv, "Kommen" ist aktiv. Also die Gläubigen sollen passiv sein, von Jesus allein erwartet man, daß Er aktiv sein soll. Aber ist das biblisch? Sollen die Christen passiv sein, sollen sie einfach nur "glauben" und den aktiven, beschwerlichen Heiligungsweg in den passiven Alles-ist-Gnade-Status verkehren? So wird es tatsächlich gelehrt, aber das ist eine Irrlehre. Daran ändert sich auch nichts, wenn sich diese falsche Lehre in allen mir bekannten Ländern bei (beinahe) allen etablierten Kirchen eingenistet hat. Auch wenn in der Bibel wortwörtlich von der "Wiederkunft auf den Wolken" geschrieben ist, so ist dies eine Entsprechung oder ein Gleichnis, ein Metapher. Die Kirchen täten gut daran, solchen Unsinn nicht weiter zu lehren und die gläubige Menschheit nicht weiter zum Narren halten.

Die Bibel lehrt in ihrem Kontext etwas ganz anderes. Die Wiederkunft Jesu ist ein wichtiger Teil des Evangeliums, so wichtig, daß Paulus sehr deutliche Worte gefunden hat und an die Korinther schrieb: "  … wir werden aber alle verwandelt werden" Da hat sich Paulus wahrlich nicht zuweit aus dem Fenster gewagt, sondern eine sehr tiefe Wahrheit ausgesprochen, welche aber von den Korinthern wie auch von unseren Bibel-Anbetern kaum verstanden wurde und wird.

Wann kommt Jesus?

Nun wollen wir diese tiefe Wahrheit des Paulus näher betrachten. Jesus hat gesagt "Ich bin bei euch, bis an der Welt Ende!" und: "Ich will euch den Tröster senden, den Geist der Wahrheit …" Dieser Geist der Wahrheit, dieser Tröster, das ist der Heilige Geist, das ist Christus und das ist Jesus. Jesu Kommen ist nicht im Verzug, Er hat Wort gehalten, was Er vor der Auffahrt versprochen hat, hat sich nur wenige Wochen später erfüllt und ist auch heute noch genauso kraftvoll spürbar. Jesus wird nicht kommen – Er ist schon da!

Wer auf das Kommen Jesu wartet, verpasst es, mit Ihm zu leben!

Um auf die Geschichte der zehn Jungfrauen zurück zu kommen: die Klugen leben mit Jesus und erleben Ihn tagtäglich, die Törichten sitzen in den Kirchen und warten und warten und werden noch lange auf Sein Kommen warten.

Wie kann man nun auf jemanden warten, der schon lange bei uns ist? Wir leben mit Ihm, wir beten mit und zu Ihm und wir erkennen Ihn – und hoffen mit Ihm auf Sein baldiges Kommen?? Welch ein Unsinn – und keiner merkt's!

Paulus hat das natürlich klar erkannt, weil er mit Christus lebte, den ganzen Tag, jede Minute hatte er sein Bewusstsein auf Christus gerichtet, sodass er sagen konnte, "nicht ich lebe, Christus lebt in mir!" Jesus Christus ist aber bei uns allen, nicht nur bei Paulus. Christus ist im Herzen eines Jeden, und hier warten wir auf Sein Kommen. Hier (im Herzen) sind die besagten Wolken. Eine solche Wolke ist zum Beispiel die Bibel, weil man oft vor lauter Buchstaben Jesus Christus nicht erkennen kann. Der Buchstabe, auch derjenige der Bibel, ist tot; hat kein Leben. Das Wort der Heiligen Schrift lebt erst dann, wenn das Geschriebene in die tägliche Tat umgesetzt wird, wenn zum Beispiel allen Widersachern tief im Herzen vergeben wird, wenn die schwierigen Mitmenschen frohen Herzens ertragen werden und uns Beleidigungen und Unrecht nichts mehr anhaben können. Das Heilige Wort wird erst dann lebendig, wenn wir nicht mehr der Welt nachlaufen, unsere Begierden und Lüste überwunden haben, oder wenigstens wir inbrünstig bemüht sind, diese zu überwinden. Dann, wenn das Wort Gottes Gestalt annimmt und so langsam lebendig wird, dann beginnen sich die Wolken im Herzen zu verziehen und so langsam können wir Jesus Christus erkennen. Wenn Er dann ganz bei uns ist und durch unsere innige Liebe zu Ihm Seine Liebe, Sein Licht und Seine Kraft entfalten kann, dann kann die Welt sehen, daß Christus der Herr ist – und die Welt wird ihre Knie beugen! Jesus ist da, darüber gibt es keine Zweifel. Leben wir mit und in Ihm, leben und beweisen wir den Glauben vor aller Welt – und wir werden nicht zuschanden werden! Aber leben wir in der Liebe zu IHM, nicht in der Liebe zur Welt und zu unserem eigenen Leib!

Wenn wir nun dem Geist leben und nicht mehr dem Fleisch, dann passiert etwas schier Unglaubliches. Die Nerven beginnen aufgrund der nur auf die notwendige Beanspruchung reduzierten fünf Sinne, sich total zu entspannen. Der Übergang vom fleischlichen zum geistigen Leben verwandelt den Körper genauso, wie Paulus es den Korinthern geschrieben hat. Diese Wandlung hat schon bald sichtbar zur Folge, daß das Schmerz- und Temperaturempfinden beinahe abgeschaltet wird. Krankheiten finden kaum mehr Eingang in den Leib, denn dieser wird zusehends widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse. Am Ende sieht es dann so aus, daß Todesschmerzen kaum mehr möglich sind, geschweige auch die Angst vor dem Tod. Das Entschlafen, beziehungsweise sterben, wie es die Welt kennt, weicht einer blitzschnellen Verwandlung eines vergeistigten Erdenleibes zum geistigen Seelenleib der Ewigkeit.

 

Merken wir uns:

Erst wenn die Bibel dein geistiges Eigentum geworden ist, werden sich die Wolken verziehen und Du wirst Jesus als Deinen Gott und Herrn erkennen

 

Jesus segne Dich!

 

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.